Und während ihr gestern weg wart, war ich richtig schreib und guck -wütig, doch fangen wir chronologisch an:
Nungut.
Gestern zuende (zu Ende ?) gesehen habe ich folgenden Film:
Das ExperimentSchulbedingt.
Darum auch "zuende gesehen", da der Film in der Stunde zuvor angefangen wurde.
Ja, ich habe das Experiment gesehen und ich muss sagen: Das hätte ich freiwillig nicht getan.
Ein deutscher Film über ein wirklich stattgefundendes psychologisches Experiment, dann noch FSK 16, den habe ich doch glatt als vermutlich ziemlich guten, aber anstrengenden und ruhigen Film vorverurteilt, der mich nicht wirklich mitleiden lässt und der von der Gewalt her eher psychologisch wirkt.
Nun, mit dem letzten Punkt sollte ich recht haben...
Am Anfang zeigt der Film - wie typisch - erstmal den Hauptcharakter Moritz Bleibtreu und versucht dabei mit einem m.M.n. wirklich überhaupt nicht passenden Rocksong von Nirvana einen auf hip, modern und locker zu machen.

Das hat der Film aber garnicht nötig, denn was folgt ist eine recht kurze Instruktion in der die einzelnen Männer uns und die Experimentsbedingungen den Teilnehmern vorgestellt werden und nachdem man also einen ungefähren Überblick über den ruhigen, aber nicht wahnsinnig wirkenden Doktor, seine recht strenge Partnerin und die 24 unterschiedlichen Männer hat, von denen ein dickerer Typ direkt heraussticht, da er wohl für die Lacher sorgen soll und ein anderer Mann da er eine direkt irgendwie psycho-mäßige Frsiur hat.
Nun geht das Experiment also los und schon am zweiten Tag ist die anfangs lockere Stimmung weg, kein Aufstand der Gefangenen mehr, da dieser ja von den Wärtern mit Feuerlöscher-Einsatz gewaltsam unterdrückt wurde. Da staunt man als Zuschauer schon, krass, nichts das ans Herz geht, aber schon erschreckend, aber die Wärter werden ja auch direkt auf ihr übertriebnes Verhalten hingewiesen, das wird ja Wirkung zeigen. Denkste.
Von nun an dreht die Gewaltspirale sich immer weiter, da Moritz Charakter "Nummer 77" immer noch ein wenig provoziert und so sind die brutalen Vorgehensweisen der Wärter zwar unangemessen, aber im Hinterkopf schlummert auch noch der Gedanke "selber schuld".
Bis zur ungefähr 40., glaub ich, Filmminute. Da wird Nummer 77 dann derart grausam misshandelt und psychisch mehr als physisch unglaublich niedergemacht, dass ich bereits davon ausgegangen bin hier den erdrückenden Höhepunkt des Filmes zu sehen, bereits zu diesem Augenblick habe ich einen derarten Hass auf die Wärter gehabt, unglaublich. Ich war da schon richtig kaputt.
Bevor meine weiteren Beschreibungen folgen kurz ein kleiner Halt: Ich bin stets mit dem Hintergedanken an den Film gegangen, dass sich alles so ereignet hat, so oder zumindest fast. Und die Tatsache, dass ich diese Männer stets "Wärter" nenne lässt ja schon merken, dass der Film auch mich zu keiner Zeit wie die Schilderung eines Experimentes wirkte, ich fühlte mich nie in einem umgebauten Universitätsflur, nein. Es kam alles wie in einem echten Gefängnis rüber, so sehr haben sich diese Schweine im Film in ihre Rollen reingespielt. Weiter.
Danach war noch ein bisschen ruhigerer Leerlauf, die Nebenstory mit der Frau wird ein wenig gezeigt. Mit einem etwas unguten, aber nicht so stark mitgenommenen Gefühl bin ich aus dem Klassenraum gegangen. Danach habe ich mich bereits gefreut Feitag den Film zu Ende zu sehen. Nicht des Filmes wegen, sondern einfach weils ja schön "chillig" ist, Film gucken, besser als Unterricht, yaay !. Ha.

Es war nicht völlig ruhig, ich habe vorher noch mit Freunden rumgewitzt, also insgesamt keine wirklich seriöse Atmosphäre, damit der Film voll wirken kann, auch wenn es ruhig war. Hat er aber, auf mich am meisten.
Ein einzelner der Wärter entpuppt sich ja als schwer sadistischer Psychopath und die meisten anderen machen mit, er reisst das Ruder an sich und so werden die völlig unschuldigen Gefangenen aufs übelste gedemütigt, fertig gemacht und gefoltert. Es ist wirklich wie in einem gut gemachten, fiesen Folterfilm, einer der sich eben nicht auf die graphische Gewalt aus ist, sondenr ich nenne einfach mal Funny Games als Vergleich.
Die eiskalte Schonungslosigkeit der Wärter ist einfach furchtbar und ich hatte am Ende so einen dermaßigen Hass auf die Wärter die mitgemacht haben, allen voran den Anführer, dass es kaum zu ertragen war.
Auch auf den Doktor der immer nur dafür war doch noch weiter zu machen, was für ein karrierebessenener $!%<!.
Das Ende ist dann sauspannend, alle Hoffnung war schließlich verloren, vor allem da ja diese gewisse Sicherheit die alles umgibt, dass es sich ja "nur" um ein Experiment handelt, das ja wohl auch kontrolliert und überwacht wird, dem Zuschauer ruckartig entzogen wird.
Ein Torturemovie im Knast, wer hätte das erwartet.
Das Ende gibt einen leider auch nicht die Befriedigung die ich mir als kleinen Trost noch erwartet hätte. Eine mindestens 15-minütige Folterszene, in der der Wärter aufs grausamste massakriert wird, Hostel mit ihm, das wäre angemessen gewesen, jedes bisschen Leid das dieses Schwein gekriegt hat war wunderbar. Aber davon gibt es nicht viel.
Und so endet der Film dann recht schnell, man hat soeben menschenverachtendes Verhalten gesehen und ohne einen Ausgleich wird man damit dann alleine gelassen.
Wenn ich mir einfach hätte sagen können dass es ja nur ein dreckiger Bastard von einem Film ist, aber nein, wir haben ihn ja in Sowi geguckt, weil er auf einer wahren Tatsache beruht.
Und darum war ich danach dann erstmal extrem kaputt, ich habe wirklich gezittert und konnte überhaupt nicht verstehen wie die anderen den Film teilweise so leicht genommen haben, Witze gerissen und eine sachliche Diskussion nach dem Gucken gestartet haben.
Als ich aus der Schule kam war ich auch erstmal ruhig und traurig, mir ist diese Stimmung, sind diese Bilder einfach nicht aus dem Kopf gegangen. Meine Mutter war weg unc ih hatte mich bereits gefreut den Abend ganz barbarisch mti meinem Vater und Conan zu verbringen, war aber kurz davor mir stattdessen hier die Seele aus dme Leib zu schreiben, meine Gefühle zu teilen um mich wieder zu normalisieren.
Hab ich dann zwar doch nicht, sondern tue es jetzt, wo es mir schon wieder gut geht, aber allein die Tatsache dass ich mir einen Ruck geben musste um mich von diesen 100 Minuten zu lösen, zeigen doch schon wie furchtbar das Gesehene für mich war.
Direkt nachdem die Stunde vorbei war kam zwar glücklicherweise diekt eine riesige Erleichterung für mich: In Wirklichkeit ist neimand gestorben und es ist alles nicht derart ausgeartet. Der Film war also die Hardcore-Variante des Stoffes, nur so erhält er zwar seine Intensität, aber ist weit weg von der Realität. Was ein Glück.
Jetzt wurde mir wieder einmal bestätigt warum ich gewisse Filme freiwillig einfach nicht gucke, warum ich bei "Pico" abgelehnt habe. Sowas macht mir, so genial es auch ist, einfach keinen Spaß.
Dieses Gefühl hatte ich nach einem Film bis jetzt exakt drei Mal, aber nie so stark wie hier: Das erste Mal bei Natural Born Killers, genialer Film und den würd ich mir auch gerne nochmal ansehen, tolle Schauspieler und ich kann das alles auch noch relativ objektiv bewerten, die Gewalt ist so plakativ und überdreht, es gibt auch noch Farbspielereien etc., da ist es nicht so ganz so schlimm gewesen. Das zweitschlimmste Mal war bei Eden Lake, ein abgrundtief böser Film, aber halt auch etwas amimäßig gestylt und....ja, Eden Lake ist halt "der Film den ich auf Blu-ray habe". Versteht ihr ? Und Das Experiment ist der "pädagogische Film den wir in Sowi gesehn haben". Er wirkt so scheiße realistisch und ist so verstörend.Fuck.
Und ein noch viel besseres Beispiel dafür wie absolut unfähig die FSk ist. Jeden nur physisch brutalen Splatter indizieren, aber sowas frei mit
FSK 16 !!!!! rumlaufen lassen ist einfach nur untragbar, total bescheuert. Klar ist es wichtig, dass der Film viel Aufmerksamkeit kriegt, aber im Vergleich mit anderen Werken gehört er bundesweit beschlagnahmt. Tzzz....
Fazit: Ich könnte jetzt über die wirklich toll spielenden Schauspieler, gleichsam aber auch über die Klischees, das übertriebene Szenario und den recht lächerlich anmutenden Ausbruch aus der Box schreiben. Aber insgesamt hat diese Intensität einfach für eine Grundaussage meinerseits geführt, die dafür sorgt, dass derRest realti egal ist: Der verstörendste Film den ich je gesehen habe. Keine Bewertung, keine Empfehlung. Ob der Film darum genial oder scheiße ist sei euch überlassen, aber Spaß macht das Gucken auf keinen Fall.Extras Bild und Ton kann ich kaum beurteilen, da der Film in der Scule projiziert wurde, besonders aufgefallen ist mir nichts besonders.
Ich hoffe ihr verzeiht diese Unmenge an Text, das musste raus, auch wenn es inzwischen wieder geht und ich die übertriebene Darstellung dieses Machwerks im nachhinein dafür verdamme mich so zu schockieren.